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Hinweise und Tipps für das Radfahren mit Mobilitätseinschränkungen

Wegweisung – gut informiert unterwegs: In Rheinland-Pfalz werden neben der sog. HBR-Standard-Wegweisung seit 2019 auch geprüfte, barrierefreie Radrouten zusätzlich mit einer speziellen Barrierefrei-Wegweisung ausgestattet. Diese eigens entwickelten Wegweiser zeigen Ihnen die Gesamtlänge des barrierefreien Wegeabschnittes, die Entfernung zum nächsten barrierefreien (Bus)Bahnhof sowie zum barrierefreien WC an.

An den Startpunkten und wichtigen Orten zeigen Info-Tafeln eine schematische Übersicht der Strecke (Länge, Rastplätze, WCs, Gastronomie, …) an. Ergänzend geben Zusatzschilder unterwegs Informationen zur Strecke (z. B. zu Steigungen). Alle so beschilderten Wege wurden intensiv nach den Vorgaben der HBR geprüft und ggf. verbessert, damit eine barrierefreie und sichere Befahrbarkeit auch für Trikes, Tandems, Handbikes, Räder mit Anhängern etc. gewährleistet ist. Es ist vorgesehen, diese Radrouten nach Reisen für Alle [reisen-fuer-alle.de] zertifizieren zu lassen. Anreise und barrierefreie Infrastruktur: Über die "Einstellungen" können Sie sich zudem im Routenplaner das Thema "behindertengerechte Toiletten", Parkplätze und die Standorte des öffentlichen Personennahverkehrs usw. einblenden lassen. Für Rheinland-Pfalz gibt es zudem eine Übersicht aller barrierefreien Bahnhöfe. Bitte beachten Sie jedoch, dass sich diese Bewertung nur auf den Bahnhof selbst und die Zugänglichkeit mit einem Rollstuhl bezieht. Für die explizit beschilderten barrierefreien Rad-Routen wurden auch die Zugänglichkeit der Bahnhöfe geprüft; auch ist am Startpunkt mind. ein barrierefreier Parkplatz vorhanden. Für andere Strecken erfragen Sie bitte ggf., ob der Aufzug für die Größe ihres Spezialrades ausreichend ist und das Bahnhofsumfeld erreichbar ist.

Wer fährt auf barrierefreie Radrouten? Selbstständige Mobilität – ob im Alltag oder Freizeit – ist ein grundsätzliches Recht. Barrierefreiheit bei Radwegen ist jedoch nicht überall umsetzbar, z. B. Topografie (starke Steigungen), Naturschutz-Vorgaben u.a.. Auch der Umbau bestehender Wege braucht Zeit. Daher werden barrierefreie Routen speziell gewiesen. Und es gibt – aus Gründen der Verkehrssicherheit - hinsichtlich der Benutzung von Radverkehrsanlagen/-routen Einschränkungen der „Nutzbarkeit für Alle“ (d. h. Eignung der Person). Um Handicaps so weit wie möglich auszugleichen, sind auf den barrierefreien Rad-Routen z. B. ausreichende Breiten, gute Oberflächen, Hindernisfreiheit, ausreichende Wendekreise, Verkehrssicherheit und maximale nur moderate Steigungen gewährleistet. Dadurch können Sie dort auch mit Trikes, Tandems, Handbikes oder Räder mit Anhängern gut unterwegs sein. Und Menschen, die nicht selbstständig Rad fahren dürfen, können mit (lenkender) Begleitperson auf einem zweisitzigen Rad wie Tandem, Trike u. a. unterwegs sein und so Land & Leute kennenlernen.

Je nach Mobilitätseinschränkung können sowohl „Standard-Räder“ oder handelsübliche Liegeräder, Trikes oder Tandems, aber auch Spezialanfertigungen, wie Rollstuhlräder, Handbikes genutzt werden. Alle Räder können mit und ohne Elektro-Unterstützung gefahren werden. Nachfolgend eine Auswahl möglicher Typen:

  • Liegerad: ein- oder zweispurig / zwei– oder dreirädrig; eher tiefer Schwerpunkt; sehr gut an individuelle Bedürfnisse anpassbar. Blickrichtung geradeaus / leicht nach oben statt auf den Boden (auch in Kombi als Liegeradtandem)
  • Trike: in Form eines Liegerades oder mit Sitzposition; zweirädrige Achse vorn oder hinten möglich; Breite ca. 0,85 m bis zu 1,00 m
  • Handbike für Selbstfahrer - als Adaptivbike: Kopplung (eigener) Rollstuhl mit Vorbau, der Handantrieb ermöglicht; Hände / Arme „treten“ die in Brusthöhe liegenden Pedale bzw. Gestänge. Erschütterungen wirken verstärkt wegen der schmalen Rollstuhlreifen.
  • Handbike für Selbstfahrer - als Rennhandbike: (eine Art SitzLiegeRad – Umsetzen in Rollstuhl in Sitzschale)
  • Rollstuhlrad: als Transportrad konstruiert (Rollstuhl wird passiv auf Plattform transportiert) Breite bis zu 1,15 m
  • Tandem: zwei Personen hintereinander sitzend (aktives Radfahren möglich z. B. für sehbehinderte, blinde, kognitiv eingeschränkte oder demente Menschen); Länge bis zu 2,60 m
  • Rikschas oder Räder mit Aufbauten, die auch zur Personenbeförderung geeignet sind

Barrierefreie Rad-Routen und Radregionen

In Rheinland-Pfalz wird es zukünftig sowohl einzelne barrierefreie Radrouten als auch Regionen geben, in denen Ihnen ein Netz aus barrierefreie Radrouten zur Verfügung stehen wird. Nicht verlinkte Strecken sind noch in der Planung / Umsetzung und werden freigeschaltet, sobald die barrierefreie Befahrbarkeit zur Verfügung steht.

  • Streckenweg Glan-Blies- und Odenbach-Radweg:
    a) Pilotstrecke zwischen Lauterecken Bhf. – Odenbach – Reipoltskirchen (bereits beschildert)
    b) St. Julian – Wiesweiler – Lauterecken (Ausbau vorgesehen)
  • Abschnitt Rhein-Radweg zw. Germersheim und franz. Grenze (noch ohne Barrierefrei-Wegweisung)
  • Abschnitt Radweg dt. Weinstraße (Bad Dürkheim – Neustadt/Wstr. - Ausbau vorgesehen)
  • im Dahner Felsenland:
    a) Planetenweg Dahn (noch ohne Barrierefrei-Wegweisung)
    b) versch. Strecken u.a. Fischbach – Schönau – Fleckenstein / Schönau – Wengelsbach (Ausbau erfolgt derzeit; Barrierefrei-Prüfungen noch ausstehend)
  • Rundwege: z. B. Selztal-Radweg um Alzey (Ausbau vorgesehen)
  • Netze: in der Vorder- und Südpfalz stehen Ihnen in den Modellregionen Landkreis Bad Dürkheim und Stadt Neustadt/Weinstraße sowie Landkreis Germersheim ab 2021/2022 barrierefreie Radnetze zur Verfügung. Über die "Einstellungen" können Sie sich zudem im Routenplaner das Thema "behindertengerechte Toiletten", Parkplätze und die Standorte des öffentlichen Personennahverkehrs usw. einblenden lassen.

Fachinformationen für die Planung von barrierefreien Radwegen

https://www.radwanderland-fachportal.de/index.php?menuid=20&reporeid=63